Blog
Aujeszkysche Krankheit beim Hund – Unsichtbare Gefahr im Revier
Die Aujeszky-Krankheit, auch als „Pseudowut“ bekannt, ist eine für Hunde nahezu immer tödlich verlaufende Virusinfektion. Verursacht wird sie durch das Suides Herpesvirus 1. Während Schweine – insbesondere Wildschweine – als natürlicher Wirt gelten, endet eine Infektion für Hunde in der Regel innerhalb weniger Tage tödlich. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.
Besonders gefährdet: Jagdhunde im Schwarzwildrevier
Für Jagdhunde stellt die Aujeszky-Krankheit ein reales Risiko dar. Die größte Gefahr geht vom Kontakt mit infizierten Wildschweinen aus – sei es beim Stellen von Schwarzwild, beim Nachsuchen verletzter Tiere oder durch das Aufnehmen von Aufbruch und rohem Schwarzwildfleisch.
In Deutschland gelten Hausschweinbestände offiziell als frei von der Krankheit. Beim Schwarzwild hingegen zirkuliert das Virus regional weiterhin. Gerade passionierte Hunde, die häufig im direkten Kontakt zu Wildschweinen arbeiten, haben daher ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Symptome: Dramatischer Verlauf innerhalb weniger Stunden
Nach einer Inkubationszeit von meist zwei bis fünf Tagen zeigen betroffene Hunde plötzlich massive Symptome. Charakteristisch sind:
Extrem starker, kaum stillbarer Juckreiz – häufig im Kopf- und Halsbereich
Unruhe, Jaulen, panikartiges Verhalten
Schluckbeschwerden und starker Speichelfluss
Koordinationsstörungen
Lähmungserscheinungen
Der intensive Juckreiz führt oft zu schweren Selbstverletzungen. Aufgrund der neurologischen Symptome ähnelt das Krankheitsbild der Tollwut – daher der Name „Pseudowut“.
Eine Behandlung ist nicht möglich. In nahezu allen Fällen verläuft die Erkrankung innerhalb von 24 bis 72 Stunden tödlich.
Prävention: Verantwortung im Jagdalltag
Da es keine zugelassene Impfung für Hunde gibt, ist Vorbeugung entscheidend. Jagdhunde sollten keinen Zugang zu rohem Schweine- oder Schwarzwildfleisch haben. Auch das Verfüttern von Aufbruch oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch birgt ein erhebliches Risiko. Nach Schwarzwildkontakt sollte der Hund aufmerksam beobachtet werden.
Für uns Jäger sind unsere Hunde weit mehr als Helfer – sie sind Partner, Kamerad und Familienmitglied. Gerade deshalb wiegt die Gefahr der Aujeszky-Krankheit schwer. Ein einziger unbedachter Moment im Revier kann ausreichen, um das Leben eines treuen Jagdbegleiters zu verlieren. Umsicht, Disziplin bei der Fütterung und konsequente Vorsichtsmaßnahmen sind keine Formalitäten – sie sind gelebte Verantwortung für einen Hund, der uns bedingungslos vertraut.